https://opengenderjournal.de/issue/feed Open Gender Journal 2021-08-23T09:46:03+02:00 Dr. Kathrin Ganz kathrin.ganz@opengenderjournal.de Open Journal Systems <p><span style="font-weight: 400;">Open Gender Journal erstveröffentlicht fortlaufend begutachtete Fachbeiträge aus dem weiten Feld der Geschlechterforschung</span><span style="font-weight: 400;">. </span><span style="font-weight: 400;">Artikel können jederzeit eingereicht werden. Für die Autor_innen fallen keine Publikationsgebühren an.&nbsp;</span><span style="font-weight: 400;">OGJ wird gemeinsam von der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, dem Margherita-von-Brentano Zentrum der FU Berlin, Gender Studies in Köln (GeStiK) an der Universität zu Köln und dem Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterforschung an der HU Berlin herausgegeben.</span></p> https://opengenderjournal.de/article/view/184 Afro-deutsche Frauen in Bewegung: Von May Ayim bis Black Lives Matter 2021-08-23T09:46:03+02:00 Sandra Folie sandra.folie@univie.ac.at <p>Unter Einbeziehung zahlreicher unterschiedlicher und teils unveröffentlichter Quellen aus Privatarchiven rekonstruiert Tiffany N. Florvil die Geschichte der modernen Schwarzen deutschen Bewegung. In sechs ansatzweise chronologisch aufgebauten Kapiteln arbeitet Florvil sich von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart vor bzw. von Audre Lordes Berliner Jahren und May Ayims literarischem Aktivismus über die Entstehung zentraler Schwarzer deutscher Organisationen wie der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und Afrodeutsche Frauen/Schwarze Frauen in Deutschland e.V. (ADEFRA) bis hin zu Black Lives Matter. Besonders viel Raum wird Schwarzen deutschen „Aktivistinnen-Intellektuellen“ (<em>activist-intellectuals</em>) bzw. „Alltagsintellektuellen“ (<em>quotidian intellectuals</em>) und ihrem intersektionalen wie transnationalen Feminismus eingeräumt.</p> 2021-08-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Sandra Folie https://opengenderjournal.de/article/view/172 Frauen in der Hochschulmedizin: Wie „Gläserne Decken“ individualisiert werden 2021-08-04T09:46:03+02:00 Carolin Auner carolin.auner@psy.lmu.de <p>Warum verlassen überdurchschnittlich viele Frauen im Laufe der Habilitationsphase die Hochschulmedizin und warum stellt sich dieses Verlassen als individuelle Problemlage dar? Dies erforscht Marina Ginal interdisziplinär am Beispiel des Ausstiegs von Hochschulmedizinerinnen aus dem Wissenschaftsbetrieb. Charakteristische Hürden auf dem Weg zu einer Habilitation werden soziologisch, psychologisch und sozialanthropologisch diskutiert und mit der Analyse der Mechanismen von hegemonial männlich geprägten Organisationskulturen, neoliberalen Entwicklungen von Arbeitsbedingungen mit Subjektivierungsphänomenen verknüpft.</p> 2021-08-03T19:55:05+02:00 Copyright (c) 2021 Carolin Auner https://opengenderjournal.de/article/view/109 Befähigung, Care und persönliche Assistenz: Beziehungen herstellen 2021-07-20T09:08:59+02:00 Bridget Anderson bridget.anderson@bristol.ac.uk <p>Der Capability-Ansatz/die Capability-Theorie (CA/T) erhebt den normativen Anspruch, dass die Freiheit, Wohlbefinden zu erreichen, von primärer moralischer Bedeutung ist. Er hat in seinem ursprünglichen Anwendungsbereich, den Development Studies, bedeutende Beiträge geleistet und wurde auch in anderen Bereichen als Rahmen für die Bewertung der Beziehung zwischen Wohlbefinden und sozioökonomischen Kontexten verwendet, um politische Maßnahmen für den sozialen Wandel zu untermauern. Die Abkehr des CA/T von einer ausschließlichen Fokussierung auf Ressourcen (Umverteilung) offenbart, wie die Beziehung zwischen den Elementen Partizipation und Freiheit bei der Erreichung von Wohlbefinden strittig wird. In diesem Beitrag wird anhand von zwei Beispielen aus der empirischen Forschung, die mit behinderten bzw. pflegebedürftigen Menschen, ihren persönlichen Assistenten und Pflegekräften durchgeführt wurde, untersucht, wie die Aufmerksamkeit für Teilhabe, Beziehung und Zugehörigkeit CA/T weiterentwickeln kann.</p> 2021-07-09T11:59:22+02:00 Copyright (c) 2021 Bridget Anderson https://opengenderjournal.de/article/view/179 Doing Gender – Ästhetische Inszenierungen auf der Schwelle 2021-07-20T09:09:00+02:00 Tabea Laura Aimée Ott tabea.ott@fau.de <div><span lang="DE">Gemeinsamer Untersuchungsgegenstand aller Beiträge des Sammelbandes ist die ästhetische Inszenierung des Spiels mit Geschlecht entlang von zentralen Begrifflichkeiten wie Schwelle, Grenze und Fluidität. Der Band geht auf eine Ringvorlesung der Universität Koblenz zurück, zu der Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen zum gemeinsamen Nachdenken über das Phänomen Transgender und Crossdressing eingeladen waren. Anne-Berenike Rothstein präsentiert in dem daraus hervorgegangenen Sammelband ein breites, chronologisch orientiertes Passepartout des bereits in die Antike zurückreichenden Phänomenbereichs der Auflösung und Überschreitung von Geschlechtergrenzen in Theater, Oper, Literatur, Film, bildenden Künsten und Popkultur. Durch die den Beiträgen zugrundeliegende, jeweils unterschiedliche Definition von Transgender und Crossdressing entsteht der Eindruck einer eklektischen Zusammenschau, in dem die Spannbreite eines kulturellen „Rereadings“ von Genderinszenierungen deutlich wird. </span></div> 2021-06-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Tabea Laura Aimée Ott https://opengenderjournal.de/article/view/177 Editorial zur Ausgabe 2021: Zur Auswahl von Beiträgen durch die Redaktion 2021-06-22T16:36:10+02:00 Kathrin Ganz kathrin.ganz@gmail.com Anita Runge anita.runge@fu-berlin.de <p><span lang="DE"><span lang="DE">Das Open Gender Journal publiziert nun im fünften Jahr Beiträge aus dem Feld der intersektionalen Geschlechterforschung. Eine verlagsunabhängige Fachzeitschrift zu betreiben bringt mit sich, dass sich die Redaktion intensiv mit einer Vielzahl von Fragen rund um das wissenschaftliche Publizieren auseinandersetzt, zu denen nicht zuletzt die Organisation des Redaktionsprozesses einschließlich der Qualitätssicherungsverfahren gehört.&nbsp;</span></span>Indem sie ihre Arbeitsweise transparent macht, will die Redaktion des Open Gender Journals das Prinzip der Offenheit nicht nur für den Zugang zu den veröffentlichten Beiträgen geltend machen, sondern für den gesamten Redaktionsprozess: Die komplexen Vorgänge in der <em>black box</em> des Redaktionssystems sollen mit diesem Editorial nachvollziehbar gemacht werden.</p> 2021-06-04T22:28:15+02:00 Copyright (c) 2021 Kathrin Ganz, Anita Runge https://opengenderjournal.de/article/view/117 Sozialitäten und Geschlecht in der Care-Arbeit. Binnenmigration in Indien 2021-06-09T10:54:55+02:00 Rajni Palriwala rajnip@gmail.com <p>Wie wirken sich Migrationsprozesse auf die scheinbar unausweichliche Vergeschlechtlichung von Care-Arbeit aus und werden von ihr geprägt – über die vielen Unterschiede und Hierarchien zwischen Frauen in unterschiedlichen Kontexten hinweg?&nbsp; Wie können wir Migration, Geschlecht und bezahlte Arbeit mit den Relationen und der Gemeinsamkeit des Seins, die in der Care-Arbeit notwendig und erwünscht sind, in Beziehung setzen? Ein Großteil der Diskussion über Geschlecht, Care-Arbeit und Migration hat sich auf internationale Care-Migrantinnen konzentriert. Die große Zahl der Binnenmigrantinnen und die Vielfalt ihrer Arbeit wird in dieser Literatur kaum gewürdigt. Die Literatur über Binnenmigration wiederum tendiert dazu, die Komplexität von Geschlecht und Arbeit von mobilen Menschen nicht zu berücksichtigen. Dieser Beitrag denkt den Nexus von Geschlecht und Care innerhalb von drei Strömen der Binnenmigration in Indien neu und nutzt dafür ein breites Spektrum ethnografischer Studien. Sie werden im Hinblick auf Bewegungen in, aus und durch Netzwerke sozialer Beziehungen betrachtet, wobei Care-Beziehungen in und durch ihre räumlichen Bewegungen neu aufgebaut werden.</p> 2021-03-25T11:21:55+01:00 Copyright (c) 2021 Rajni Palriwala https://opengenderjournal.de/article/view/120 Der universitäre Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Eine Bestandsaufnahme 2021-03-26T10:26:07+01:00 Hannah-Sophie Schüz hannah-sophie.schuez@fu-berlin.de Heike Pantelmann heike.pantelmann@fu-berlin.de Tanja Wälty tanja.waelty@fu-berlin.de Nina Lawrenz nina.lawrenz@fu-berlin.de <p>Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt ist ein Problem, das in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden ist. Dem entgegen werden Universitäten oftmals als Orte verstanden, die scheinbar frei davon wären. Der Artikel zeigt, inwieweit die Tabuisierung und Normalisierung von sexualisierter Gewalt im Hochschulkontext seit langem bestehen und thematisiert den ambivalenten Umgang der Universitäten mit dem Thema. Durch eine Bestandsaufnahme, basierend auf einer Auswertung der Internetpräsenzen der Universitäten in Deutschland sowie auf Telefoninterviews, wird die rechtliche und institutionelle Verankerung des universitären Umgangs mit dem Thema aufgezeigt und diskutiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, universitäre Akteur*innen sowie Frames, unter denen das Thema behandelt wird, zu identifizieren. Auf dieser Grundlage können perspektivisch Handlungsstrategien entwickeln werden, wie an Hochschulen sexualisierte Gewalt besser adressiert und bekämpft werden kann.</p> 2021-02-26T12:48:49+01:00 Copyright (c) 2021 Hannah-Sophie Schüz, Heike Pantelmann, Tanja Wälty, Nina Lawrenz https://opengenderjournal.de/article/view/164 Befreiung aus kolonialen (Denk-)Verhältnissen: Feministische Theorie jenseits von Europa 2021-02-26T16:51:27+01:00 Heike Kahlert mail@heike-kahlert.de <p>Anke Graneß, Martina Kopf und Magdalena Kraus legen eine gut lesbare und übersichtlich gegliederte Einführung in „nicht-westliche“ feministische Theorien der zweiten Hälfte des 20. und des Beginns des 21. Jahrhunderts vor und regen dazu weitere Forschungen an. Vorgestellt werden ausgewählte Theoretiker*innen und ihre Konzepte sowie zentrale Debatten, die zum Teil nach Regionen – Schwerpunkte sind Subsahara-Afrika, der Nahe und Mittlere Osten sowie das spanischsprachige Lateinamerika – und zum Teil nach Themen – Postkoloniale Theorie und Kritik, Feminismus im Islam und Ökofeminismus – gegliedert sind. Dabei wird der Eurozentrismus im Denken und in Begrifflichkeiten reflektiert und daran erinnert, dass feministische Theorie im Wechselspiel mit gelebter sozialer und politischer Praxis steht.</p> 2021-02-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Heike Kahlert https://opengenderjournal.de/article/view/106 Politische Repräsentation von Frauen in der Türkei 2021-02-26T16:51:28+01:00 Burcu Taşkın burcu@sabanciuniv.edu <p>Dieser Artikel analysiert Frauenrepräsentation in der Türkei in sowohl deskriptiver als auch substantieller Hinsicht. Obwohl der Anteil an weiblichen Politiker*innen im türkischen Parlament von nur 4% im Jahre 1999 auf 17,6% bei den Parlamentswahlen 2018 stieg, ging dies nicht mit einem Anstieg in der Effektivität von weiblichen Abgeordneten einher. Andererseits brachte eine gleichmäßigere Verteilung der Sitze auf unterschiedliche Parteien eine Erhöhung der Repräsentation von Frauen. Während der späten 1990er und frühen 2000er wurden diese institutionellen Möglichkeit zur Stärkung der Repräsentation von Frauen und dem Durchbrechen traditioneller patron-client-Beziehungen durch Frauenbewegungen und die gesellschaftliche Forderung von Frauenrechten in der Türkei ergänzt, die mit dem hoch willkommenen EU-Beitrittsprozess zusammenfielen. Insgesamt betrachtet hindern jedoch kulturelle Einschränkungen wie die starke Polarisierung zwischen Parteien und der Konflikt zwischen islamistischen und europäischen Werten weibliche Abgeordnete daran, gemeinsam an Frauenpolitik zu arbeiten. Darüber hinaus reduziert die strike Parteidisziplin die parlamentarische Effektivität von weiblichen Politiker*innen in der Türkei weiter.</p> 2021-01-28T11:03:49+01:00 Copyright (c) 2021 Burcu Taşkın https://opengenderjournal.de/article/view/84 Pädagogik der Hoffnung im Underground? 2021-02-26T16:51:28+01:00 Louise Barrière louise.barriere@univ-lorraine.fr <p>Dieser Artikel versteht punk-feministische Festivals in Deutschland als Underground-Räume für informelle Lehr- und Lernpraktiken. Ich möchte damit Festivals nicht nur als Veranstaltungen verstehen, bei denen das Publikum soziale Kontakte knüpft und Live-Musik konsumiert, sondern dezidiert auch als Bildungsorte.&nbsp;Ausgehend von früheren Forschungen zum grrrl zines-Aktivismus frage ich nach dem Einfluss einer "Pädagogik der Hoffnung" (bell hooks) auf punk-feministische Bewegungen. In einem ersten Schritt zeige ich, dass punk-feministische Festivals in Deutschland einen hoffnungsvollen Aktivismus fördern, der darauf abzielt, sowohl unabhängige Musikszenen als auch die Gesellschaft als Ganzes zu verändern. Zum Schluss möchte ich jedoch die Art und Weise in Frage stellen, in der diese Festivals die Erfahrungen weißer Menschen zentrieren und so Grenzen bzw. Limitierungen dieser Formen des Aktivismus aufzeigen.</p> 2021-01-26T14:17:45+01:00 Copyright (c) 2021 Louise Barrière