https://opengenderjournal.de/issue/feed Open Gender Journal 2021-06-09T10:54:55+02:00 Dr. Kathrin Ganz kathrin.ganz@fu-berlin.de Open Journal Systems <p><span style="font-weight: 400;">Open Gender Journal erstveröffentlicht fortlaufend begutachtete Fachbeiträge aus dem weiten Feld der Geschlechterforschung</span><span style="font-weight: 400;">. </span><span style="font-weight: 400;">Artikel können jederzeit eingereicht werden. Für die Autor_innen fallen keine Publikationsgebühren an.&nbsp;</span><span style="font-weight: 400;">OGJ wird gemeinsam von der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, dem Margherita-von-Brentano Zentrum der FU Berlin, Gender Studies in Köln (GeStiK) an der Universität zu Köln und dem Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterforschung an der HU Berlin herausgegeben.</span></p> https://opengenderjournal.de/article/view/177 Editorial zur Ausgabe 2021: Zur Auswahl von Beiträgen durch die Redaktion 2021-06-05T09:46:05+02:00 Kathrin Ganz kathrin.ganz@gmail.com Anita Runge anita.runge@fu-berlin.de <p><span lang="DE"><span lang="DE">Das Open Gender Journal publiziert nun im fünften Jahr Beiträge aus dem Feld der intersektionalen Geschlechterforschung. Eine verlagsunabhängige Fachzeitschrift zu betreiben bringt mit sich, dass sich die Redaktion intensiv mit einer Vielzahl von Fragen rund um das wissenschaftliche Publizieren auseinandersetzt, zu denen nicht zuletzt die Organisation des Redaktionsprozesses einschließlich der Qualitätssicherungsverfahren gehört.&nbsp;</span></span>Indem sie ihre Arbeitsweise transparent macht, will die Redaktion des Open Gender Journals das Prinzip der Offenheit nicht nur für den Zugang zu den veröffentlichten Beiträgen geltend machen, sondern für den gesamten Redaktionsprozess: Die komplexen Vorgänge in der <em>black box</em> des Redaktionssystems sollen mit diesem Editorial nachvollziehbar gemacht werden.</p> 2021-06-04T22:28:15+02:00 Copyright (c) 2021 Kathrin Ganz, Anita Runge https://opengenderjournal.de/article/view/117 Sozialitäten und Geschlecht in der Care-Arbeit. Binnenmigration in Indien 2021-06-09T10:54:55+02:00 Rajni Palriwala rajnip@gmail.com <p>Wie wirken sich Migrationsprozesse auf die scheinbar unausweichliche Vergeschlechtlichung von Care-Arbeit aus und werden von ihr geprägt – über die vielen Unterschiede und Hierarchien zwischen Frauen in unterschiedlichen Kontexten hinweg?&nbsp; Wie können wir Migration, Geschlecht und bezahlte Arbeit mit den Relationen und der Gemeinsamkeit des Seins, die in der Care-Arbeit notwendig und erwünscht sind, in Beziehung setzen? Ein Großteil der Diskussion über Geschlecht, Care-Arbeit und Migration hat sich auf internationale Care-Migrantinnen konzentriert. Die große Zahl der Binnenmigrantinnen und die Vielfalt ihrer Arbeit wird in dieser Literatur kaum gewürdigt. Die Literatur über Binnenmigration wiederum tendiert dazu, die Komplexität von Geschlecht und Arbeit von mobilen Menschen nicht zu berücksichtigen. Dieser Beitrag denkt den Nexus von Geschlecht und Care innerhalb von drei Strömen der Binnenmigration in Indien neu und nutzt dafür ein breites Spektrum ethnografischer Studien. Sie werden im Hinblick auf Bewegungen in, aus und durch Netzwerke sozialer Beziehungen betrachtet, wobei Care-Beziehungen in und durch ihre räumlichen Bewegungen neu aufgebaut werden.</p> 2021-03-25T11:21:55+01:00 Copyright (c) 2021 Rajni Palriwala https://opengenderjournal.de/article/view/120 Der universitäre Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Eine Bestandsaufnahme 2021-03-26T10:26:07+01:00 Hannah-Sophie Schüz hannah-sophie.schuez@fu-berlin.de Heike Pantelmann heike.pantelmann@fu-berlin.de Tanja Wälty tanja.waelty@fu-berlin.de Nina Lawrenz nina.lawrenz@fu-berlin.de <p>Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt ist ein Problem, das in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden ist. Dem entgegen werden Universitäten oftmals als Orte verstanden, die scheinbar frei davon wären. Der Artikel zeigt, inwieweit die Tabuisierung und Normalisierung von sexualisierter Gewalt im Hochschulkontext seit langem bestehen und thematisiert den ambivalenten Umgang der Universitäten mit dem Thema. Durch eine Bestandsaufnahme, basierend auf einer Auswertung der Internetpräsenzen der Universitäten in Deutschland sowie auf Telefoninterviews, wird die rechtliche und institutionelle Verankerung des universitären Umgangs mit dem Thema aufgezeigt und diskutiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, universitäre Akteur*innen sowie Frames, unter denen das Thema behandelt wird, zu identifizieren. Auf dieser Grundlage können perspektivisch Handlungsstrategien entwickeln werden, wie an Hochschulen sexualisierte Gewalt besser adressiert und bekämpft werden kann.</p> 2021-02-26T12:48:49+01:00 Copyright (c) 2021 Hannah-Sophie Schüz, Heike Pantelmann, Tanja Wälty, Nina Lawrenz https://opengenderjournal.de/article/view/164 Befreiung aus kolonialen (Denk-)Verhältnissen: Feministische Theorie jenseits von Europa 2021-02-26T16:51:27+01:00 Heike Kahlert mail@heike-kahlert.de <p>Anke Graneß, Martina Kopf und Magdalena Kraus legen eine gut lesbare und übersichtlich gegliederte Einführung in „nicht-westliche“ feministische Theorien der zweiten Hälfte des 20. und des Beginns des 21. Jahrhunderts vor und regen dazu weitere Forschungen an. Vorgestellt werden ausgewählte Theoretiker*innen und ihre Konzepte sowie zentrale Debatten, die zum Teil nach Regionen – Schwerpunkte sind Subsahara-Afrika, der Nahe und Mittlere Osten sowie das spanischsprachige Lateinamerika – und zum Teil nach Themen – Postkoloniale Theorie und Kritik, Feminismus im Islam und Ökofeminismus – gegliedert sind. Dabei wird der Eurozentrismus im Denken und in Begrifflichkeiten reflektiert und daran erinnert, dass feministische Theorie im Wechselspiel mit gelebter sozialer und politischer Praxis steht.</p> 2021-02-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Heike Kahlert https://opengenderjournal.de/article/view/106 Politische Repräsentation von Frauen in der Türkei 2021-02-26T16:51:28+01:00 Burcu Taşkın burcu@sabanciuniv.edu <p>Dieser Artikel analysiert Frauenrepräsentation in der Türkei in sowohl deskriptiver als auch substantieller Hinsicht. Obwohl der Anteil an weiblichen Politiker*innen im türkischen Parlament von nur 4% im Jahre 1999 auf 17,6% bei den Parlamentswahlen 2018 stieg, ging dies nicht mit einem Anstieg in der Effektivität von weiblichen Abgeordneten einher. Andererseits brachte eine gleichmäßigere Verteilung der Sitze auf unterschiedliche Parteien eine Erhöhung der Repräsentation von Frauen. Während der späten 1990er und frühen 2000er wurden diese institutionellen Möglichkeit zur Stärkung der Repräsentation von Frauen und dem Durchbrechen traditioneller patron-client-Beziehungen durch Frauenbewegungen und die gesellschaftliche Forderung von Frauenrechten in der Türkei ergänzt, die mit dem hoch willkommenen EU-Beitrittsprozess zusammenfielen. Insgesamt betrachtet hindern jedoch kulturelle Einschränkungen wie die starke Polarisierung zwischen Parteien und der Konflikt zwischen islamistischen und europäischen Werten weibliche Abgeordnete daran, gemeinsam an Frauenpolitik zu arbeiten. Darüber hinaus reduziert die strike Parteidisziplin die parlamentarische Effektivität von weiblichen Politiker*innen in der Türkei weiter.</p> 2021-01-28T11:03:49+01:00 Copyright (c) 2021 Burcu Taşkın https://opengenderjournal.de/article/view/84 Pädagogik der Hoffnung im Underground? 2021-02-26T16:51:28+01:00 Louise Barrière louise.barriere@univ-lorraine.fr <p>Dieser Artikel versteht punk-feministische Festivals in Deutschland als Underground-Räume für informelle Lehr- und Lernpraktiken. Ich möchte damit Festivals nicht nur als Veranstaltungen verstehen, bei denen das Publikum soziale Kontakte knüpft und Live-Musik konsumiert, sondern dezidiert auch als Bildungsorte.&nbsp;Ausgehend von früheren Forschungen zum grrrl zines-Aktivismus frage ich nach dem Einfluss einer "Pädagogik der Hoffnung" (bell hooks) auf punk-feministische Bewegungen. In einem ersten Schritt zeige ich, dass punk-feministische Festivals in Deutschland einen hoffnungsvollen Aktivismus fördern, der darauf abzielt, sowohl unabhängige Musikszenen als auch die Gesellschaft als Ganzes zu verändern. Zum Schluss möchte ich jedoch die Art und Weise in Frage stellen, in der diese Festivals die Erfahrungen weißer Menschen zentrieren und so Grenzen bzw. Limitierungen dieser Formen des Aktivismus aufzeigen.</p> 2021-01-26T14:17:45+01:00 Copyright (c) 2021 Louise Barrière https://opengenderjournal.de/article/view/77 Die Interaktive Produktion von Erzählungen über Trans-Kategorien: Die Rolle der Körpermodifikationen 2021-02-26T16:51:29+01:00 Willian Maciel Krüger willian.mk83@gmail.com Marcela Alberti marcelaalberti343@gmail.com Alexandre do Nascimento Almeida almeida.n.alexandre@gmail.com <div>In diesem Artikel untersuchen wir, wie Teilnehmende, die sich als Travestis und transsexuelle Frauen identifizieren, im Rahmen einer Supportgruppe in einer Nichtregierungsorganisation in Porto Alegre, Brasilien, Geschlechterkategorien aushandeln. Wir interessieren uns dafür, (a) wie Trans-Kategorien in Sprache in Interaktion relevant werden und (b) wie diese Kategorien im Hinblick auf den biomedizinischen Diskurs über Transsexualität konstruiert werden. Grundlage der Forschung sind sieben Stunden Video-Interaktion, die anhand von theoretischen Prinzipien und methodischen Verfahren der Konversationsanalyse (KA) analysiert und transkribiert wurden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich die Teilnehmenden bei der Betonung von Kategorieunterschieden zwischen Travestis, transsexuellen Frauen und schwulen Männern an der Rolle von Körpermodifikationen orientierten. Es zeigt sich, dass narrative Analyse in Verbindung mit KA als wertvolles Werkzeug verwenden werden kann, um den Prozess der personalen Kategorisierung zu verstehen. Die Daten sind in brasilianischem Portugiesisch.</div> 2021-01-26T13:30:11+01:00 Copyright (c) 2021 Willian Maciel Krüger, Marcela Alberti, Alexandre do Nascimento Almeida https://opengenderjournal.de/article/view/69 „Unmenschliche Akte lesbischer Liebe“ 2021-02-26T16:51:30+01:00 Giulia Iannucci iannucci.giulia@gmail.com <p>Dieser Beitrag untersucht die Präsenz von Lesben in Deutschland zwischen dem Ende der Weimarer Republik und der Etablierung des Nationalsozialismus. Besonderer Fokus liegt dabei auf der dialektischen Wahrnehmung zwischen Negierung und (Un)Sichtbarkeit, die den Stigmatisierungsprozess charakterisiert, dem lesbische Gefangene im KZ Ravensbrück, dem einzigen Konzentrationslager ausschließlich für weibliche Häftlinge, unterlagen. Während der „Goldenen Zwanziger“ begegnete die Unsichtbarkeit weiblicher Homosexualität im Gesetz der tatsächlichen Präsenz lesbischer Frauen in der Weimarer Gesellschaft, Kultur und Kunst. Nach Adolf Hitlers Machtübernahme blieb weibliche Homosexualität unkriminalisiert, allerdings wurden Lesben mit „unorthodoxen“ Mitteln verfolgt und in Konzentrationslagern interniert: Offizieller Grund für die Inhaftierung von Lesben war Asozialität. Somit wurde Lesbentum innerhalb eines neuen (vergessenen) Umgebung kontextualisiert, in der die Rolle von Frauen durch ein patriarchales System manipuliert wurde, dessen Ziel Standardisierung, Normalisierung und Untedrückung von „unwerten Lebensweisen“ war. Die meisten davon bleiben weiterhin unsichtbar.</p> 2021-01-26T13:16:54+01:00 Copyright (c) 2021 Giulia Iannucci https://opengenderjournal.de/article/view/128 Alleinerziehende Frauen in Südafrika und Deutschland in formellen Erwerbskontexten 2021-02-26T16:51:30+01:00 Michael Boecker michael.boecker@fh-dortmund.de Tanusha Raniga traniga@uj.ac.za Maud Mthembu Mthembum4@ukzn.ac.za <p>Viele Studien, die sich mit der Situation von alleinerziehenden Frauen beschäftigen, fokussieren insbesondere die negativen Folgen dieser Lebensform. Die vorliegende qualitative Studie präsentiert die Ergebnisse einer vergleichenden empirischen Untersuchung in der Republik Südafrika und der Bundesrepublik Deutschland, an der 25 alleinerziehende Frauen, die auf dem formellen Arbeitsmarkt beschäftigt sind, teilgenommen haben. Neben der Darstellung der unterschiedlichen historischen und sozioökonomischen Hintergründe und Bedingungen der beiden Länder zeigen die Interviewten deutliche Gemeinsamkeiten. Diese Gemeinsamkeiten werden anhand von drei Schlüsselthemen diskutiert: persönliche und soziale Netzwerke als Ressource, Re-Konzeptualisierung der Frauenrolle sowie der Zusammenhang von Bildung und aktueller Lebenssituation.</p> 2021-01-26T11:42:17+01:00 Copyright (c) 2021 Michael Boecker, Tanusha Raniga, Maud Mthembu https://opengenderjournal.de/article/view/141 Das Unbehagen mit den Gender Studies 2021-01-04T09:41:12+01:00 Paula-Irene Villa paula.villa@lmu.de Sarah Speck S.Speck@soz.uni-frankfurt.de <p>Der Beitrag ist ein Gespräch zweiter Sozialwissenschaftlerinnen im Feld der Gender Studies. Es kreist um den Vermittlungszusammenhang zwischen Wissenschaft und (politischer oder aktivistischer) Praxis am Beispiel der Geschlechterforschung. Wie politisch kann, darf Forschung (nicht) sein? Wie, wenn überhaupt, lassen sich Kritik, Normativität, Forschung, politische Praxis und Ethik einerseits trennen, andererseits produktiv aufeinander beziehen? Er plädiert für die Anerkennung der Eigenlogiken von Wissenschaft und Politik und für deren Vermittlung im Sinne reflexiver Übersetzungen sowie gegen einen positionalen Fundamentalismus, der soziale Position(-ierung) mit inhaltlichen Positionen gleichsetzt. Schließlich artikuliert der Beitrag eine reflexive Ethik des Zuhörens, die sich im Forschungsprozess als Anerkennung von systematisch bedingten blinden Flecken sowie in den Mühen um deren Überwindung realisieren sollte.&nbsp;</p> 2020-12-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Paula-Irene Villa, Sarah Speck