https://opengenderjournal.de/issue/feed Open Gender Journal 2022-01-11T09:33:52+01:00 Dr. Kathrin Ganz kathrin.ganz@opengenderjournal.de Open Journal Systems <p><span style="font-weight: 400;">Open Gender Journal erstveröffentlicht fortlaufend begutachtete Fachbeiträge aus dem weiten Feld der Geschlechterforschung</span><span style="font-weight: 400;">. </span><span style="font-weight: 400;">Artikel können jederzeit eingereicht werden. Für die Autor_innen fallen keine Publikationsgebühren an.&nbsp;</span><span style="font-weight: 400;">OGJ wird gemeinsam von der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, dem Margherita-von-Brentano Zentrum der FU Berlin, Gender Studies in Köln (GeStiK) an der Universität zu Köln und dem Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterforschung an der HU Berlin herausgegeben.</span></p> https://opengenderjournal.de/article/view/158 "… I Care Because You Do". Towards a cinema of care | Für ein Sorge tragendes Kino 2022-01-11T09:33:52+01:00 Brigitta Kuster kuster@hu-berlin.de <p>Das Kino wurde vielfach als Ort beschrieben, an dem man* sich selbst durch die Augen eine*r anderen sehen kann. Es ist auch der Ort, an dem man* ganz bei sich ist und doch den befremdlichsten und furchterregendsten Dingen ausgesetzt sein kann. Grundlegende Trennungen und Teilungen wie diese dienen dem vorliegenden Text als Ausgangspunkte, um Spekulationen darüber zu entwickeln, wie differentielle Alterität und <em>care</em> für die Re-Vision eines Kinos fruchtbar gemacht werden könnten, das nicht didaktisch oder aufklärerisch ist, und sicherlich auch nicht kathartisch. Kein Kino, das zerstreut. Sondern eines, dessen Sinn im alltäglichen Sorgetragen besteht, ohne utilitaristisch zu sein. Es soll ein <em>cinema of care</em> sein, dem es eher darum geht, gemacht zu werden als darum, von einem möglichst großen Publikum gesehen zu werden. Eher als Ort für ein Medium soll es der Anordnung eines Remediums entsprechen.</p> 2022-01-10T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Brigitta Kuster https://opengenderjournal.de/article/view/187 Orte der Lebbarkeit schaffen. Das neue Personenstandsrecht fordert die Soziale Arbeit auf, sich zu bewegen 2022-01-11T09:33:51+01:00 Ute Zillig zillig@fb4.fra-uas.de <p>Welche Bedeutung hat die neu geschaffene ‚Dritte Option‘ im Personenstandsgesetz für die Profession Soziale Arbeit? Soziale Arbeit ist dringend aufgefordert, sich auf dem Weg hin zu mehr geschlechtlicher und sexueller Vielfalt zu machen, sich weiterzuentwickeln und den eigenen Beitrag an der Zementierung einer zweigeschlechtlichen Ordnung zu hinterfragen. Im Sammelband „Geschlecht: Divers“ sind hierzu wertvolle Beiträge gebündelt, die entlang von Einblicken in verschiedene Arbeitsfelder sowohl zu notwendigen professionellen (Selbst-)Reflexionen als auch zu institutionellen Weiterentwicklungen im Sinne geschlechtlicher und sexueller Vielfalt anregen. Mit theoretischen Bezügen zu queeren, feministischen und postkolonialen Arbeiten diskutieren die Autor:innen Wege, Soziale Arbeit in Forschung, Lehre und der beruflichen Praxis jenseits heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit auszurichten. &nbsp;</p> 2022-01-10T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Ute Zillig https://opengenderjournal.de/article/view/185 Intersektionale Perspektiven auf Bildungs- und Subjektivierungsprozesse von Schwarzen Frauen und Women of Color 2022-01-11T09:33:52+01:00 Frauke Grenz frauke.grenz@uni-flensburg.de <p>„Schwarze Weiblich*keiten. Intersektionale Perspektiven auf Bildungs- und Subjektivierungsprozesse“ ist ein hervorragendes Werk, das aktueller kaum sein könnte. Trotz #metoo und „Black Lives Matter“ bleiben die Erfahrungen von Schwarzen Frauen und Women of Color häufig unsichtbar. Über eine Diskursanalyse von sieben Interviews macht Denise Bergold-Caldwell diese Erfahrungen nicht nur sichtbar, sondern zeigt zudem die Relevanz von Schwarzem Bewusstsein für die Bildungsprozesse von Women of Color und Schwarzen Frauen. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse stellt Bergold-Caldwell die in bildungstheoretischen Debatten aktuell viel diskutierte Frage nach dem Verhältnis von Bildung und Subjektivierung noch einmal neu und findet und intersektional informierte Antworten.</p> 2022-01-10T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Frauke Grenz https://opengenderjournal.de/article/view/199 Bildung, Maskulinitäten und Gewalt in der Nationalen Universität Mexikos 2022-01-11T09:33:50+01:00 Mauricio Zabalgoitia Herrera mauricio.zabalgoitia@gmail.com <p>Dieser Artikel ist Teil eines großen Forschungsprojekts über die verschiedenen Formen von Gewalt, die an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) auftreten. Ausgehend von kritischen Männlichkeiten und einigen grundlegenden Erkenntnissen der feministischen Forschung, wie dem Konzept eines Kontinuums und dem Vorherrschen sexistischer Strukturen und Belästigungspraktiken, wird versucht, die wichtigsten Aspekte von drei theoretischen Ansätzen zu überprüfen: hegemoniale Männlichkeit, <em>manhood acts</em> Theorie und männlicher Peer Support. Es wird ein dreigliedriges Bildungsmodell vorgeschlagen, das gleichzeitig Ideale, Strategien und Allianzen in den Blick nimmt, um die Diskussion über Männlichkeit und den Kampf gegen die verschiedenen Formen von Gewalt zu führen. Die Kritik führt zu einer Revision der "multiplen Männlichkeiten" gegenüber neueren Vorschlägen, die die Dichotomie Toxizität/Positivität in Frage stellen und Hybridität als Option vorantreiben. Der Artikel endet mit der Skizzierung eines dreigleisigen Modells, das auf den Strategien der Benennung und der Selbstreflexion beruht.</p> 2022-01-10T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Mauricio Zabalgoitia Herrera https://opengenderjournal.de/article/view/190 Ein ambivalentes Verhältnis – Die Wechselbeziehungen der Frauen- und Arbeiter:innenbewegung 2022-01-05T15:33:18+01:00 Anja Degner anja.degner@mailbox.tu-dresden.de <p>Vincent Streichhahn und Frank Jacob haben einen Sammelband veröffentlicht, welcher den Untersuchungsgegenstand der Frauen- und Arbeiter:innenbewegung und deren Verflechtungen im Fokus hat. Mit dem Schwerpunkt auf das späte 19. und das frühe 20. Jahrhundert arbeiten die ausgewählten Autor:innen die Wechselbeziehungen zwischen den beiden Bewegungen heraus. Die Herausgeber bekräftigen mit ihrer Publikation, dass die Frauenbewegung nicht ohne die Arbeiter:innenbewegung erzählt werden kann. Zudem kritisieren sie die patriarchale Geschichtsschreibung, die für die Unsichtbarkeit der Untersuchungskategorie „Geschlecht“ verantwortlich ist. Mit diesem Band verfolgen sie das Ziel, dieser Geschichtsschreibung entgegenzuwirken und anhand historischer Rückblicke die Verschränkungen nationaler und internationaler Perspektiven auf die Kategorien „Geschlecht“ und „Klasse“ zu verdeutlichen.</p> 2021-12-06T13:41:35+01:00 Copyright (c) 2021 Anja Degner https://opengenderjournal.de/article/view/188 Allzubekanntes unvertraut werden lassen 2022-01-05T15:33:11+01:00 Hannah Schmedes hschmedes@uni-potsdam.de <div> <p><span lang="DE">Mit dem von Naomie Gramlich und Marie-Luise Angerer herausgegebenen Sammelband „Feministisches Spekulieren“ ist nicht nur eine Sammlung von verschiedenen Perspektiven zur Methode und Diskursgeschichte des Feministischen Spekulierens erschienen. Darin sind auch die Übersetzungen zweier Texte von Ursula K. Le Guin und Anna Lowenhaupt Tsing enthalten, die unlängst zur Bezugsgröße für feministische Theoretiker*innen geworden sind. Neben einer Auslotung der Bedeutungsspielräume von „Spekulation“ werden im Sammelband Begriffe wie Kritik, Narration und Anthropozän auf ihre blinden Flecke hin abgetastet. Ergebnis ist eine vielstimmige Diskussion über die Wirkmacht sowie Wissensgenerierung von Geschichtsschreibung und Narration.</span></p> </div> 2021-11-02T20:11:37+01:00 Copyright (c) 2021 Hannah Schmedes https://opengenderjournal.de/article/view/157 Über queere Jugendliche forschen 2021-11-09T09:51:35+01:00 Folke Brodersen brodersen@campus.tu-berlin.de Katharina Jäntschi Katharina.jaentschi@jff.de <p>Die Forschung über queere Jugendliche ist ein wachsendes Forschungsfeld. Die zunehmende Befragung von Jugendlichen über ihre Lebenssituation macht es möglich, ihren Alltag konkreter darzustellen, politische Handlungsempfehlungen abzuleiten und ihre Perspektive als relevante Erfahrung zu etablieren. Gleichzeitig gehen mit diesem neuen Interesse Bedarfe der ethischen Reflexion einher. Eine Forschung zu queeren Jugendlichen agiert innerhalb von Dilemmata: der Be- und Entlastung von Jugendlichen; der Fixierung und Eröffnung von Identitätskonzepten; der Ausblendung und sozialpädagogischen Problematisierung; sowie der Verfügbarmachung für eine heteronormative Gesellschaft und deren Veränderung. Basierend auf der Praxis von Forschungsprojekten eröffnet der Beitrag Fragen für deren Reflexion und Qualitätssicherung. Er regt einen Diskurs darüber an, was die Forschung zu queeren Jugendlichen kann, soll, muss und darf.</p> 2021-10-19T10:31:54+02:00 Copyright (c) 2021 Folke Brodersen, Katharina Jäntschi https://opengenderjournal.de/article/view/184 Afro-deutsche Frauen in Bewegung: Von May Ayim bis Black Lives Matter 2022-01-05T15:33:01+01:00 Sandra Folie sandra.folie@univie.ac.at <p>Unter Einbeziehung zahlreicher unterschiedlicher und teils unveröffentlichter Quellen aus Privatarchiven rekonstruiert Tiffany N. Florvil die Geschichte der modernen Schwarzen deutschen Bewegung. In sechs ansatzweise chronologisch aufgebauten Kapiteln arbeitet Florvil sich von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart vor bzw. von Audre Lordes Berliner Jahren und May Ayims literarischem Aktivismus über die Entstehung zentraler Schwarzer deutscher Organisationen wie der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und Afrodeutsche Frauen/Schwarze Frauen in Deutschland e.V. (ADEFRA) bis hin zu Black Lives Matter. Besonders viel Raum wird Schwarzen deutschen „Aktivistinnen-Intellektuellen“ (<em>activist-intellectuals</em>) bzw. „Alltagsintellektuellen“ (<em>quotidian intellectuals</em>) und ihrem intersektionalen wie transnationalen Feminismus eingeräumt.</p> 2021-08-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Sandra Folie https://opengenderjournal.de/article/view/172 Frauen in der Hochschulmedizin: Wie „Gläserne Decken“ individualisiert werden 2022-01-05T15:32:36+01:00 Carolin Auner carolin.auner@psy.lmu.de <p>Warum verlassen überdurchschnittlich viele Frauen im Laufe der Habilitationsphase die Hochschulmedizin und warum stellt sich dieses Verlassen als individuelle Problemlage dar? Dies erforscht Marina Ginal interdisziplinär am Beispiel des Ausstiegs von Hochschulmedizinerinnen aus dem Wissenschaftsbetrieb. Charakteristische Hürden auf dem Weg zu einer Habilitation werden soziologisch, psychologisch und sozialanthropologisch diskutiert und mit der Analyse der Mechanismen von hegemonial männlich geprägten Organisationskulturen, neoliberalen Entwicklungen von Arbeitsbedingungen mit Subjektivierungsphänomenen verknüpft.</p> 2021-08-03T19:55:05+02:00 Copyright (c) 2021 Carolin Auner https://opengenderjournal.de/article/view/109 Befähigung, Care und persönliche Assistenz: Beziehungen herstellen 2021-07-20T09:08:59+02:00 Bridget Anderson bridget.anderson@bristol.ac.uk <p>Der Capability-Ansatz/die Capability-Theorie (CA/T) erhebt den normativen Anspruch, dass die Freiheit, Wohlbefinden zu erreichen, von primärer moralischer Bedeutung ist. Er hat in seinem ursprünglichen Anwendungsbereich, den Development Studies, bedeutende Beiträge geleistet und wurde auch in anderen Bereichen als Rahmen für die Bewertung der Beziehung zwischen Wohlbefinden und sozioökonomischen Kontexten verwendet, um politische Maßnahmen für den sozialen Wandel zu untermauern. Die Abkehr des CA/T von einer ausschließlichen Fokussierung auf Ressourcen (Umverteilung) offenbart, wie die Beziehung zwischen den Elementen Partizipation und Freiheit bei der Erreichung von Wohlbefinden strittig wird. In diesem Beitrag wird anhand von zwei Beispielen aus der empirischen Forschung, die mit behinderten bzw. pflegebedürftigen Menschen, ihren persönlichen Assistenten und Pflegekräften durchgeführt wurde, untersucht, wie die Aufmerksamkeit für Teilhabe, Beziehung und Zugehörigkeit CA/T weiterentwickeln kann.</p> 2021-07-09T11:59:22+02:00 Copyright (c) 2021 Bridget Anderson