https://opengenderjournal.de/issue/feed Open Gender Journal 2022-06-08T09:46:05+02:00 Dr. Kathrin Ganz kathrin.ganz@opengenderjournal.de Open Journal Systems <p><span style="font-weight: 400;">Open Gender Journal erstveröffentlicht fortlaufend begutachtete Fachbeiträge aus dem weiten Feld der Geschlechterforschung</span><span style="font-weight: 400;">. </span><span style="font-weight: 400;">Artikel können jederzeit eingereicht werden. Für die Autor_innen fallen keine Publikationsgebühren an.&nbsp;</span><span style="font-weight: 400;">OGJ wird gemeinsam von der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, dem Margherita-von-Brentano Zentrum der FU Berlin, Gender Studies in Köln (GeStiK) an der Universität zu Köln und dem Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterforschung an der HU Berlin herausgegeben.</span></p> https://opengenderjournal.de/article/view/203 How to Do Things with Aggressions? 2022-06-08T09:46:05+02:00 Sarah Sandelbaum sarahsandelbaum@soz.uni-frankfurt.de <p>Elizabeth Wilsons 2015 erschienene Publikation „Gut Feminism“ liegt seit diesem Jahr nun auf Deutsch vor. In Rückgriff auf empirische Daten aus den Neurowissenschaften, auf Psychoanalyse und Dekonstruktion reformuliert sie nicht nur ihre langjährige Beschäftigung mit dem biologischen Körper, mit Depressionen und deren pharmazeutischer Behandlung, sondern schlägt vor, feministische Politik soll „radikal negativ“ sein und ihr eigenes schädigendes Potenzial annehmen. Wilson fordert damit nicht nur die bisherigen „affirmativen“ bzw. „reparativen“ Lesarten feministischer Neomaterialismen heraus, sondern betont (unbewusste) Aggressionen, Verlust und Schaden in der „reparativen Wende“ der Queer Theory.</p> 2022-06-08T09:24:09+02:00 Copyright (c) 2022 Sarah Sandelbaum https://opengenderjournal.de/article/view/181 Ver/Kvir(t)e Opazität 2022-04-05T09:11:21+02:00 Katharina Wiedlack katharina.wiedlack@univie.ac.at <p>Der Artikel beschäftigt sich mit queeren Sichtbarkeitspolitiken und solidarischen Repräsentationen queerer Lebensweisen im postsowjetischen Kontext. Im Anschluss an eine theoretische Problematisierung nordwestlicher queerer, feministischer und antirassistischer Sichtbarkeitspolitiken wird am Beispiel von Masha Godovannayas Film „Countryless and Queer“ (2020) gezeigt, welche Alternativen Darstellungsformen queere Solidarität haben könnte. Godovannayas Film beschäftigt sich zentral mit Problemen der queeren Repräsentation in Gesprächen mit Migrant_innen aus verschiedensten Kontexten in Wien. Anhand ihrer filmischen und narrativen Darstellungsformen wird die Strategie der Opazität oder Un_Sichtbarkeit, die es den Zuschauer_innen verweigert Opfer zu identifizieren als Möglichkeit solidarischer queerer Praxis mit marginalisierten Menschen erläutert. Darüber hinaus wird gezeigt, wie diese und weitere Strategien in Godovannayas Film queer-feministischen solidarischen Praxis des Community-Building erlauben.</p> 2022-03-18T14:52:31+01:00 Copyright (c) 2022 Katharina Wiedlack https://opengenderjournal.de/article/view/198 Außerhalb des bipolaren Rahmens der Geschlechter – Als Konzepte des Hermaphroditismus die Wahrnehmung der „Norm“ mitformten 2022-06-06T23:02:31+02:00 Iris Julian mail.iris.julian@gmail.com <p>In dieser Publikation recherchiert Denis Paul Diskurse zum Phänomen des Hermaphroditismus im deutschsprachigen Raum. Der untersuchte Zeithorizont reicht von 1870 bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Das Nachvollziehen von Forschungsparadigmen unterschiedlicher medizinischer und naturwissenschaftlicher Disziplinen sowie juristischer Rahmenbedingungen bringt Spannungsfelder zur Frage, wem ein Mitspracherecht zur Bestimmung des Geschlechts möglich ist, zum Vorschein. Paul macht deutlich, dass es durch die Vernaturwissenschaftlichung der Medizin im 19. Jahrhundert mitunter zu einer Ablösung des vorherrschenden Norm-Abnorm-Schemas kam.&nbsp; Im Zuge dessen begann das Phänomen des Hermaphroditismus um 1900 eine wesentliche Rolle in der Geschlechterfrage einzunehmen, ja es wurde sogar zum theoretischen Ansatzpunkt, um die zweigeschlechtliche Ordnung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die als prekär erlebt wurde, zu stabilisieren.&nbsp;</p> 2022-03-09T11:12:15+01:00 Copyright (c) 2022 Iris Julian https://opengenderjournal.de/article/view/186 "Frauen gegen Frauen". Geflüchtete syrische Frauen und intersektionale Marginalisierung 2022-03-08T09:56:24+01:00 Özlem Akkaya ozlem.akkaya@yeditepe.edu.tr <p>In dieser Rezension wird die 2021 in Deutschland veröffentlichte Studie von Onur Yamaner über die Erfahrungen syrischer Flüchtlingsfrauen mit intersektioneller Marginalisierung aus einer kritischen Perspektive betrachtet, die sowohl die Stärken als auch die Schwächen des Buches aufzeigt. Zunächst wird die Arbeit von Yamar zusammengefasst, einschließlich ihrer theoretischen Grundlagen und Methodik. Anschließend werden einige Desiderate der Studie erörtert, die vor allem darauf zurückzuführen sind, dass sie die im Rahmen eines kritischen feministischen Paradigmas zu diesem Thema gewonnenen Ergebnisse nicht berücksichtigt. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Überblick Forschenden, die sich dem Thema der Feminisierung von Migration in Zukunft aus einer intersektionalen Perspektive nähern wollen, erste Einblicke gewährt.</p> 2022-02-23T17:32:17+01:00 Copyright (c) 2022 Özlem Akkaya https://opengenderjournal.de/article/view/189 Gespaltene Fürsorge 2022-02-14T08:52:43+01:00 Tine Haubner Tine.Haubner@uni-jena.de Laura Boemke laura.boemke@uni-jena.de <p>Im Kontext der Ökonomisierung von Sorgearbeit wird zunehmend auf freiwilliges Engagement zurückgegriffen. Das hat Folgen für Professionalisierungsprozesse in den weiblich typisierten Berufsfeldern. Anhand qualitativ-empirischen Datenmaterials zeigt der Beitrag, dass sich die Vergeschlechtlichung beruflicher Sorgearbeitstätigkeiten in Pflege und Sozialarbeit sowohl als Professionalisierungshemmnis wie auch als Mittel der Bewältigung eines Professionalisierungsdilemmas zu erkennen gibt: Ökonomisierungs- und Rationalisierungsprozesse erzeugen ein Spannungsverhältnis zwischen fürsorglichen und zweckrationalen Tätigkeitsanteilen, das mithilfe der hierarchisierenden Abspaltung und Auslagerung weiblich konnotierter und abgewerteter Beziehungsarbeit in das Engagement beantwortet wird. Die Folge ist eine einseitige Professionalisierung, die sowohl auf Kosten guter professioneller Sorgearbeit als auch zu Lasten Freiwilliger geht.</p> 2022-02-12T12:05:20+01:00 Copyright (c) 2022 Tine Haubner, Laura Boemke https://opengenderjournal.de/article/view/158 "… I Care Because You Do". Towards a cinema of care | Für ein Sorge tragendes Kino 2022-01-11T09:33:52+01:00 Brigitta Kuster kuster@hu-berlin.de <p>Das Kino wurde vielfach als Ort beschrieben, an dem man* sich selbst durch die Augen eine*r anderen sehen kann. Es ist auch der Ort, an dem man* ganz bei sich ist und doch den befremdlichsten und furchterregendsten Dingen ausgesetzt sein kann. Grundlegende Trennungen und Teilungen wie diese dienen dem vorliegenden Text als Ausgangspunkte, um Spekulationen darüber zu entwickeln, wie differentielle Alterität und <em>care</em> für die Re-Vision eines Kinos fruchtbar gemacht werden könnten, das nicht didaktisch oder aufklärerisch ist, und sicherlich auch nicht kathartisch. Kein Kino, das zerstreut. Sondern eines, dessen Sinn im alltäglichen Sorgetragen besteht, ohne utilitaristisch zu sein. Es soll ein <em>cinema of care</em> sein, dem es eher darum geht, gemacht zu werden als darum, von einem möglichst großen Publikum gesehen zu werden. Eher als Ort für ein Medium soll es der Anordnung eines Remediums entsprechen.</p> 2022-01-10T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Brigitta Kuster https://opengenderjournal.de/article/view/187 Orte der Lebbarkeit schaffen. Das neue Personenstandsrecht fordert die Soziale Arbeit auf, sich zu bewegen 2022-01-11T09:33:51+01:00 Ute Zillig zillig@fb4.fra-uas.de <p>Welche Bedeutung hat die neu geschaffene ‚Dritte Option‘ im Personenstandsgesetz für die Profession Soziale Arbeit? Soziale Arbeit ist dringend aufgefordert, sich auf dem Weg hin zu mehr geschlechtlicher und sexueller Vielfalt zu machen, sich weiterzuentwickeln und den eigenen Beitrag an der Zementierung einer zweigeschlechtlichen Ordnung zu hinterfragen. Im Sammelband „Geschlecht: Divers“ sind hierzu wertvolle Beiträge gebündelt, die entlang von Einblicken in verschiedene Arbeitsfelder sowohl zu notwendigen professionellen (Selbst-)Reflexionen als auch zu institutionellen Weiterentwicklungen im Sinne geschlechtlicher und sexueller Vielfalt anregen. Mit theoretischen Bezügen zu queeren, feministischen und postkolonialen Arbeiten diskutieren die Autor:innen Wege, Soziale Arbeit in Forschung, Lehre und der beruflichen Praxis jenseits heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit auszurichten. &nbsp;</p> 2022-01-10T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Ute Zillig https://opengenderjournal.de/article/view/185 Intersektionale Perspektiven auf Bildungs- und Subjektivierungsprozesse von Schwarzen Frauen und Women of Color 2022-01-11T09:33:52+01:00 Frauke Grenz frauke.grenz@uni-flensburg.de <p>„Schwarze Weiblich*keiten. Intersektionale Perspektiven auf Bildungs- und Subjektivierungsprozesse“ ist ein hervorragendes Werk, das aktueller kaum sein könnte. Trotz #metoo und „Black Lives Matter“ bleiben die Erfahrungen von Schwarzen Frauen und Women of Color häufig unsichtbar. Über eine Diskursanalyse von sieben Interviews macht Denise Bergold-Caldwell diese Erfahrungen nicht nur sichtbar, sondern zeigt zudem die Relevanz von Schwarzem Bewusstsein für die Bildungsprozesse von Women of Color und Schwarzen Frauen. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse stellt Bergold-Caldwell die in bildungstheoretischen Debatten aktuell viel diskutierte Frage nach dem Verhältnis von Bildung und Subjektivierung noch einmal neu und findet und intersektional informierte Antworten.</p> 2022-01-10T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Frauke Grenz https://opengenderjournal.de/article/view/199 Bildung, Maskulinitäten und Gewalt in der Nationalen Universität Mexikos 2022-03-28T14:52:24+02:00 Mauricio Zabalgoitia Herrera mauricio.zabalgoitia@gmail.com <p>Dieser Artikel ist Teil eines großen Forschungsprojekts über die verschiedenen Formen von Gewalt, die an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) auftreten. Ausgehend von kritischen Männlichkeiten und einigen grundlegenden Erkenntnissen der feministischen Forschung, wie dem Konzept eines Kontinuums und dem Vorherrschen sexistischer Strukturen und Belästigungspraktiken, wird versucht, die wichtigsten Aspekte von drei theoretischen Ansätzen zu überprüfen: hegemoniale Männlichkeit, <em>manhood acts</em> Theorie und männlicher Peer Support. Es wird ein dreigliedriges Bildungsmodell vorgeschlagen, das gleichzeitig Ideale, Strategien und Allianzen in den Blick nimmt, um die Diskussion über Männlichkeit und den Kampf gegen die verschiedenen Formen von Gewalt zu führen. Die Kritik führt zu einer Revision der "multiplen Männlichkeiten" gegenüber neueren Vorschlägen, die die Dichotomie Toxizität/Positivität in Frage stellen und Hybridität als Option vorantreiben. Der Artikel endet mit der Skizzierung eines dreigleisigen Modells, das auf den Strategien der Benennung und der Selbstreflexion beruht.</p> 2022-01-10T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Mauricio Zabalgoitia Herrera https://opengenderjournal.de/article/view/190 Ein ambivalentes Verhältnis – Die Wechselbeziehungen der Frauen- und Arbeiter:innenbewegung 2022-01-05T15:33:18+01:00 Anja Degner anja.degner@mailbox.tu-dresden.de <p>Vincent Streichhahn und Frank Jacob haben einen Sammelband veröffentlicht, welcher den Untersuchungsgegenstand der Frauen- und Arbeiter:innenbewegung und deren Verflechtungen im Fokus hat. Mit dem Schwerpunkt auf das späte 19. und das frühe 20. Jahrhundert arbeiten die ausgewählten Autor:innen die Wechselbeziehungen zwischen den beiden Bewegungen heraus. Die Herausgeber bekräftigen mit ihrer Publikation, dass die Frauenbewegung nicht ohne die Arbeiter:innenbewegung erzählt werden kann. Zudem kritisieren sie die patriarchale Geschichtsschreibung, die für die Unsichtbarkeit der Untersuchungskategorie „Geschlecht“ verantwortlich ist. Mit diesem Band verfolgen sie das Ziel, dieser Geschichtsschreibung entgegenzuwirken und anhand historischer Rückblicke die Verschränkungen nationaler und internationaler Perspektiven auf die Kategorien „Geschlecht“ und „Klasse“ zu verdeutlichen.</p> 2021-12-06T13:41:35+01:00 Copyright (c) 2021 Anja Degner