https://opengenderjournal.de/issue/feed Open Gender Journal 2022-11-22T09:46:03+01:00 Dr. Kathrin Ganz kathrin.ganz@opengenderjournal.de Open Journal Systems <p><span style="font-weight: 400;">Open Gender Journal erstveröffentlicht fortlaufend begutachtete Fachbeiträge aus dem weiten Feld der Geschlechterforschung</span><span style="font-weight: 400;">. </span><span style="font-weight: 400;">Artikel können jederzeit eingereicht werden. Für die Autor_innen fallen keine Publikationsgebühren an.&nbsp;</span><span style="font-weight: 400;">OGJ wird gemeinsam von der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, dem Margherita-von-Brentano Zentrum der FU Berlin, Gender Studies in Köln (GeStiK) an der Universität zu Köln und dem Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterforschung an der HU Berlin herausgegeben.</span></p> https://opengenderjournal.de/article/view/219 Der universitäre Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt 2022-11-22T09:46:03+01:00 Hannah-Sophie Schüz mvbz@fu-berlin.de Heike Pantelmann heike.pantelmann@fu-berlin.de Tanja Wälty tanja.waelty@fu-berlin.de Nina Lawrenz lawrenz@ash-berlin.eu <p>Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt ist ein Problem, das in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden ist. Dem entgegen werden Universitäten oftmals als Orte verstanden, die scheinbar frei davon wären. Der Artikel zeigt, inwieweit die Tabuisierung und Normalisierung von sexualisierter Gewalt im Hochschulkontext seit langem bestehen und thematisiert den ambivalenten Umgang der Universitäten mit dem Thema. Durch eine Bestandsaufnahme, basierend auf einer Auswertung der Internetpräsenzen der Universitäten in Deutschland sowie auf Telefoninterviews, wird die rechtliche und institutionelle Verankerung des universitären Umgangs mit dem Thema aufgezeigt und diskutiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, universitäre Akteur*innen sowie Frames, unter denen das Thema behandelt wird, zu identifizieren. Auf dieser Grundlage können perspektivisch Handlungsstrategien entwickeln werden, wie an Hochschulen sexualisierte Gewalt besser adressiert und bekämpft werden kann.</p> 2022-11-21T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Schüz Hannah-Sophie, Heike Pantelmann, Tanja Wälty, Nina Lawrenz https://opengenderjournal.de/article/view/201 Gender Equality und Rechtsstaatlichkeit in der EU 2022-11-07T09:46:03+01:00 Berit Ebert b.ebert@berlin.bard.edu <p style="font-weight: 400;">Rechtsstaatlichkeit und <em>gender equality</em> sind in der Europäischen Union (EU) in Artikel 2 des Vertrages von Lissabon (EUV) als Grundwerte der Union verankert. Jüngst wurde die Auszahlung von EU-Mitteln in der Richtlinie 2020/2092 an die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit gekoppelt. Im Rahmen der umstrittenen Justizreform in Polen leitete die Europäische Kommission zudem erstmalig ein Rechtsstaatlichkeitsverfahren nach Artikel 7 EUV ein, um die Werte der EU zu schützen. Doch das darin gewährte Gleichstellungsgebot stößt an seine Grenzen, wo Kompetenzen zwischen den Mitgliedstaaten und der Union aufgeteilt sind und der Zugang zur Politikgestaltung betroffen ist. Letzterer ist für die stetige Neudefinition von Geschlecht von Bedeutung. Dies wird am Beispiel des Gender-Quality-Aktivismus und der aktuellen Justizreform in Polen deutlich. Die in diesem Zusammenhang erfolgten Entscheidungen des Gerichtshofes der EU können nur punktuell eingreifen, sind jedoch kein Garant für eine nachhaltige politische und gesellschaftliche Berücksichtigung von <em>gender equality.</em></p> 2022-11-07T09:21:18+01:00 Copyright (c) 2022 Berit Ebert https://opengenderjournal.de/article/view/209 Klassismus verstehen 2022-11-02T14:17:31+01:00 Inga Haese ingahaese@gmail.com <p>Francis Seeck zeigt in dem kleinen Band über Klassismus einmal mehr auf, wie die deutsche Gesellschaft von der Kategorie Klasse strukturiert wird, und liefert neue Einsichten, die Abwertungsmechanismen aufzeigen und das Empowerment Betroffener fördern. Dabei versucht Seeck, Mehrfachdiskriminierung ernst zu nehmen – ein Ansatz, der für die Geschlechterforschung interessant erscheint, aber schwierig ist. &nbsp;</p> <div class="page" title="Page 1"> <div class="layoutArea"> <div class="column"> <p><em>Korrektur: Dieser Artikel ist eine korrigierte Fassung der Rezension „Klassismus verstehen“. Die ursprüngliche Fassung enthielt inkorrekte Angaben zu Francis Seeck. Sie wurde am 31.10.2022 depubliziertert und durch die korrigierte Fassung ersetzt.</em></p> </div> </div> </div> 2022-10-26T13:10:55+02:00 Copyright (c) 2022 Inga Haese https://opengenderjournal.de/article/view/202 Systematisierung von Geschlecht oder Systematisierung von Schule? 2022-10-28T13:43:35+02:00 Johanna Pangritz johanna-maria.pangritz@fernuni-hagen.de <p>Die Thematisierung oder Verhandlung von Geschlecht am Beispiel der geschlechterbewussten Pädagogik ist seit Jahren innerhalb der Erziehungswissenschaft ein breites und zum Teil auch kritisch diskutiertes Thema. Innerhalb erziehungswissenschaftlicher Debatten zeigt sich unter anderem, dass keine Einigkeit bezüglich des Verständnisses von Geschlecht und daran anknüpfend dem ‚angemessenen‘ Umgang damit gibt, um Ungleichheiten entgegenzuwirken. Lydia Jenderek befasst sich mit genau diesem Diskurs und rekonstruiert entlang von primär problemzentrierten Interviews mit Lehrkräften, welche Verhandlungen von geschlechterbewusster Pädagogik im Feld der Schule stattfinden. Dabei kann Jenderek eindrücklich mit Hilfe der wissenssoziologischen Diskursanalyse aufzeigen, dass nicht nur differierende Positionierungen hinsichtlich Geschlecht leitend sind, sondern das geschlechterbewusste Pädagogik zu einem individuellen Thema der Lehrkräfte wird, die somit wesentlicher Faktor zu verstehen sind.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p> 2022-10-18T14:53:38+02:00 Copyright (c) 2022 Johanna Pangritz https://opengenderjournal.de/article/view/200 Gleiche unter Gleichen? 2022-10-28T13:55:19+02:00 Johannes Fousse fousse@ifs.tu-darmstadt.de Tanja Paulitz paulitz@ifs.tu-darmstadt.de Leonie Wagner leonie.wagner@hawk.de <p>Der Beitrag arbeitet auf Basis einer qualitativen empirischen Studie die geschlechtliche Strukturiertheit informeller Bestandteile des Hochschulalltags auf der Professur heraus. Dabei wird gezeigt, wie eine vergeschlechtlichte Wissenschaftskultur an Hochschulen aufrechterhalten wird, innerhalb derer Professoren und Professorinnen unterschiedliche hierarchische Positionen informell zugewiesen werden. Aus der empirischen Untersuchung lässt sich rekonstruieren, dass hierfür Muster einer persönlichen Förderung ausschlaggebend sind. Darin ist eine kulturelle Tradition der Hochschulen als historische Männerdomäne erkennbar, in der „akademische Lehrer“ ihre „Schüler“ in die spezifischen Regeln der Hochschulpolitik einführen. In der Folge haben Professoren erhöhte Chancen, bereits zu Beginn der Professur auch in informelle Machtbereiche an der Hochschule eingebunden zu werden, während Professorinnen erhöhte Anstrengungen unternehmen müssen, um an der Gestaltung des eigenen Arbeitsumfeldes und der Hochschule zu partizipieren.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p> 2022-10-18T09:27:50+02:00 Copyright (c) 2022 Johannes Fousse, Tanja Paulitz, Leonie Wagner https://opengenderjournal.de/article/view/203 How to Do Things with Aggressions? 2022-06-08T09:46:05+02:00 Sarah Sandelbaum sarahsandelbaum@soz.uni-frankfurt.de <p>Elizabeth Wilsons 2015 erschienene Publikation „Gut Feminism“ liegt seit diesem Jahr nun auf Deutsch vor. In Rückgriff auf empirische Daten aus den Neurowissenschaften, auf Psychoanalyse und Dekonstruktion reformuliert sie nicht nur ihre langjährige Beschäftigung mit dem biologischen Körper, mit Depressionen und deren pharmazeutischer Behandlung, sondern schlägt vor, feministische Politik soll „radikal negativ“ sein und ihr eigenes schädigendes Potenzial annehmen. Wilson fordert damit nicht nur die bisherigen „affirmativen“ bzw. „reparativen“ Lesarten feministischer Neomaterialismen heraus, sondern betont (unbewusste) Aggressionen, Verlust und Schaden in der „reparativen Wende“ der Queer Theory.</p> 2022-06-08T09:24:09+02:00 Copyright (c) 2022 Sarah Sandelbaum https://opengenderjournal.de/article/view/181 Ver/Kvir(t)e Opazität 2022-04-05T09:11:21+02:00 Katharina Wiedlack katharina.wiedlack@univie.ac.at <p>Der Artikel beschäftigt sich mit queeren Sichtbarkeitspolitiken und solidarischen Repräsentationen queerer Lebensweisen im postsowjetischen Kontext. Im Anschluss an eine theoretische Problematisierung nordwestlicher queerer, feministischer und antirassistischer Sichtbarkeitspolitiken wird am Beispiel von Masha Godovannayas Film „Countryless and Queer“ (2020) gezeigt, welche Alternativen Darstellungsformen queere Solidarität haben könnte. Godovannayas Film beschäftigt sich zentral mit Problemen der queeren Repräsentation in Gesprächen mit Migrant_innen aus verschiedensten Kontexten in Wien. Anhand ihrer filmischen und narrativen Darstellungsformen wird die Strategie der Opazität oder Un_Sichtbarkeit, die es den Zuschauer_innen verweigert Opfer zu identifizieren als Möglichkeit solidarischer queerer Praxis mit marginalisierten Menschen erläutert. Darüber hinaus wird gezeigt, wie diese und weitere Strategien in Godovannayas Film queer-feministischen solidarischen Praxis des Community-Building erlauben.</p> 2022-03-18T14:52:31+01:00 Copyright (c) 2022 Katharina Wiedlack https://opengenderjournal.de/article/view/198 Außerhalb des bipolaren Rahmens der Geschlechter – Als Konzepte des Hermaphroditismus die Wahrnehmung der „Norm“ mitformten 2022-06-06T23:02:31+02:00 Iris Julian mail.iris.julian@gmail.com <p>In dieser Publikation recherchiert Denis Paul Diskurse zum Phänomen des Hermaphroditismus im deutschsprachigen Raum. Der untersuchte Zeithorizont reicht von 1870 bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Das Nachvollziehen von Forschungsparadigmen unterschiedlicher medizinischer und naturwissenschaftlicher Disziplinen sowie juristischer Rahmenbedingungen bringt Spannungsfelder zur Frage, wem ein Mitspracherecht zur Bestimmung des Geschlechts möglich ist, zum Vorschein. Paul macht deutlich, dass es durch die Vernaturwissenschaftlichung der Medizin im 19. Jahrhundert mitunter zu einer Ablösung des vorherrschenden Norm-Abnorm-Schemas kam.&nbsp; Im Zuge dessen begann das Phänomen des Hermaphroditismus um 1900 eine wesentliche Rolle in der Geschlechterfrage einzunehmen, ja es wurde sogar zum theoretischen Ansatzpunkt, um die zweigeschlechtliche Ordnung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die als prekär erlebt wurde, zu stabilisieren.&nbsp;</p> 2022-03-09T11:12:15+01:00 Copyright (c) 2022 Iris Julian https://opengenderjournal.de/article/view/186 "Frauen gegen Frauen". Geflüchtete syrische Frauen und intersektionale Marginalisierung 2022-03-08T09:56:24+01:00 Özlem Akkaya ozlem.akkaya@yeditepe.edu.tr <p>In dieser Rezension wird die 2021 in Deutschland veröffentlichte Studie von Onur Yamaner über die Erfahrungen syrischer Flüchtlingsfrauen mit intersektioneller Marginalisierung aus einer kritischen Perspektive betrachtet, die sowohl die Stärken als auch die Schwächen des Buches aufzeigt. Zunächst wird die Arbeit von Yamar zusammengefasst, einschließlich ihrer theoretischen Grundlagen und Methodik. Anschließend werden einige Desiderate der Studie erörtert, die vor allem darauf zurückzuführen sind, dass sie die im Rahmen eines kritischen feministischen Paradigmas zu diesem Thema gewonnenen Ergebnisse nicht berücksichtigt. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Überblick Forschenden, die sich dem Thema der Feminisierung von Migration in Zukunft aus einer intersektionalen Perspektive nähern wollen, erste Einblicke gewährt.</p> 2022-02-23T17:32:17+01:00 Copyright (c) 2022 Özlem Akkaya https://opengenderjournal.de/article/view/189 Gespaltene Fürsorge 2022-02-14T08:52:43+01:00 Tine Haubner Tine.Haubner@uni-jena.de Laura Boemke laura.boemke@uni-jena.de <p>Im Kontext der Ökonomisierung von Sorgearbeit wird zunehmend auf freiwilliges Engagement zurückgegriffen. Das hat Folgen für Professionalisierungsprozesse in den weiblich typisierten Berufsfeldern. Anhand qualitativ-empirischen Datenmaterials zeigt der Beitrag, dass sich die Vergeschlechtlichung beruflicher Sorgearbeitstätigkeiten in Pflege und Sozialarbeit sowohl als Professionalisierungshemmnis wie auch als Mittel der Bewältigung eines Professionalisierungsdilemmas zu erkennen gibt: Ökonomisierungs- und Rationalisierungsprozesse erzeugen ein Spannungsverhältnis zwischen fürsorglichen und zweckrationalen Tätigkeitsanteilen, das mithilfe der hierarchisierenden Abspaltung und Auslagerung weiblich konnotierter und abgewerteter Beziehungsarbeit in das Engagement beantwortet wird. Die Folge ist eine einseitige Professionalisierung, die sowohl auf Kosten guter professioneller Sorgearbeit als auch zu Lasten Freiwilliger geht.</p> 2022-02-12T12:05:20+01:00 Copyright (c) 2022 Tine Haubner, Laura Boemke