Open Gender Journal https://opengenderjournal.de/ <p><span style="font-weight: 400;">Open Gender Journal erstveröffentlicht fortlaufend begutachtete Fachbeiträge aus dem weiten Feld der Geschlechterforschung</span><span style="font-weight: 400;">. </span><span style="font-weight: 400;">Artikel können jederzeit eingereicht werden. Für die Autor_innen fallen keine Publikationsgebühren an.&nbsp;</span><span style="font-weight: 400;">OGJ wird herausgegeben von&nbsp;Dr. Gabriele Jähnert (Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, Humboldt-Universität zu Berlin),&nbsp;Dr. Anita Runge (Margherita-von-Brentano-Zentrum, Freie Universität Berlin) and&nbsp;Prof. Dr. Susanne Völker (GeStiK – Gender Studies in Köln &amp; Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Universität zu Köln).</span></p> de-DE <p>Alle Beiträge in <em>Open Gender Journal</em> erscheinen unter der Lizenz <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/" target="_blank" rel="noopener">Creative Commons Namensnennung 4.0 International</a> (CC BY 4.0). Die entsprechenden Texte dürfen Sie unter den Bedingungen der Lizenz frei nutzen (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode.de" target="_blank" rel="noopener">Lizenzvertrag</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener">allgemeinverständliche Fassung</a>). Die Autor_innen werden ermutigt, ihre Beiträge auch an anderen Orten, z.B. in Repositorien, einzustellen.</p> marcel.wrzesinski@fu-berlin.de (Marcel Wrzesinski) marcel.wrzesinski@fu-berlin.de (Marcel Wrzesinski) Mon, 22 Jan 2018 00:00:00 +0100 OJS 3.1.1.2 http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 60 Chick Lit Gone Ethnic, Chick Lit Gone Global?! Die Rezeption eines transnationalen Genres im plural-queeren Vergleich https://opengenderjournal.de/article/view/21 <p>Chick lit, ursprünglich als angloamerikanisches, ‘weißes’, heterosexuelles Mittelklassephänomen im Stil von „Bridget Jones’s Diary“ (1996) definiert, hat sich rasch verändert und neben Genre und Gender auch kulturelle, geographische und linguistische Grenzen überschritten. Es herrscht weitgehend Konsens darüber, dass es sich um einen Transfer vom ‚originalen’ Genre zu zahlreichen adaptierten Subgenres, vom ‚Zentrum’ in die ‚Peripherie’ handelt. Um diese andro- wie auch eurozentrische Genreklassifizierung infrage zu stellen, eignet sich eine queer-feministische Perspektive; insbesondere, wenn sie einem Sex/Gender-Zentrismus, der andere soziale Ungleichheitskategorien wie ‚race’/‚Ethnizität’ hintanstellt, ebenso kritisch gegenübersteht wie der Heteronormativität. Durch solch ein intersektional ausgerichtetes Queer Reading der Chick lit wird die Marginalisierung und Homogenisierung zeitgenössischer Literatur von, über und/oder für Frauen* durch gegenderte und ethnisch markierte Labelingpraktiken aufgezeigt.</p> Sandra Folie ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://opengenderjournal.de/article/view/21 Thu, 30 Aug 2018 14:54:17 +0200 Interventionen in Geschlechterpolitiken von Fachkulturen, Epistemen und Artefakten der Natur-, Technik- und Planungswissenschaften. Fallbeispiele aus der Lehrforschung https://opengenderjournal.de/article/view/22 <p>Gender Studies zu Natur-, Technik- und Planungswissenschaften weisen Asymmetrien bezüglich der fokussierten Forschungsschwerpunkte auf: Während die Situation von Frauen* in Ausbildung und Beruf im Zentrum steht, werden Forschungsergebnisse zu Fachkulturen, Epistemen und Artefakten nicht systematisch in Inhalte und Anwendungen der MINT-Fächer und Planungswissenschaften integriert. Das nachfolgend dargelegte Konzept ermöglicht es, Fallstudien zu diesen Forschungsperspektiven zu erarbeiten. Es wurde in 2013-2016 an der Technischen Universität Berlin für das Studienprogramm Gender Pro MINT von mir entwickelt und umgesetzt. Die hier präsentierten Fallstudien sind als Abschlussarbeiten von Absolvent_innen des Studienprogramms angefertigt worden und zeigen verschiedene Ansatzpunkte für transdisziplinäre, feministische Interventionen in die Geschlechterpolitiken von Fachkulturen, Epistemen und Artefakten der Natur-, Technik- und Planungswissenschaften für geschlechtergerechte Vielfalt auf.</p> Petra Lucht ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://opengenderjournal.de/article/view/22 Wed, 29 Aug 2018 00:00:00 +0200 Blitze, Frösche, Chaos. Das Glücksversprechen des New Materialism oder wieso Trans*materialisierungen (über)lebensnotwendig sind https://opengenderjournal.de/article/view/25 <p>In ihrem Text "Transmaterialities" entwickelt Karen Barad ein quantenfeldtheoretisches Verständnis von Materie und erforscht ihr Potenzial für Formen des Transempowerments. In der kritischen Auseinandersetzung mit Susan Strykers Text "My Words to Victor Frankenstein" untersucht der vorliegende Artikel Barads Argumentation in einem experimentellen <em>close reading</em> und formuliert ernsthafte Zweifel an dieser Form der Ermächtigung. Obwohl Barad die alltagsweltliche Vorstellung fester, unveränderlicher Materie, die die Natürlichkeit des Sex garantiert, in Frage stellt, überdehnt sie den Begriff der Natur: Sowohl die kulturelle symbolische Gewalt, der trans* Menschen ausgesetzt sind, als auch die vielfältigen Materialbildungen von trans* Körpern, die zu einem glücklichen Leben führen ohne sich an heteronormative Ideale anzupassen, werden unsichtbar gemacht. Statt technische Utopien zu entwerfen, plädiert der Artikel für konkretere Analysen darüber, wie Kultur und Natur miteinander verschränkt sind, sowie für eine Praxis der Transgender-Studien, die in den konkreten Erfahrungen und Lebenspraktiken von trans* Menschen verwurzelt ist. Insofern das Phänomen trans* die Grenzen der Rationalität westlicher Wissenschaft berührt, können Barads Gedankenexperiment und seine poetische Schreibweise wichtige Denkanstöße für die Untersuchung von trans*-Erfahrungen und -Praktiken aus kulturwissenschaftlicher Perspektive liefern, die trans* Menschen nicht in Laborfrösche verwandeln.</p> Josch Hoenes ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://opengenderjournal.de/article/view/25 Tue, 28 Aug 2018 14:43:55 +0200 Das geteilte Haus. Geschlechtergetrenntes Wohnen in kolonialzeitlichen Städten Südostasiens https://opengenderjournal.de/article/view/5 Baupläne des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zeigen in den britischen Kolonialstadtgründungen Penang (Malaysia) und Singapur, dass genderdifferenzierte Raumkonzepte das Wohnen geprägt haben. In diesem Artikel werden die Formen des Wohnens sowie der Wandel der Raum- und Stadtstrukturen im kolonialstädtischen Südostasien beschrieben, die zur Herausbildung dieser binären Raumstrukturen geführt haben. Neben den sozioökonomischen Veränderungsprozessen verdienen Aspekte wie Geschlechterbeziehungen, Familien- und Haushaltsformen sowie vorbildprägende Wohnformen der Oberschichten besondere Aufmerksamkeit. Der Wandel der Wohnformen und -verhältnisse wird am Beispiel des innerstädtischen <em>Shophouses</em> konkretisiert. Das <em>Shophouse</em> hatte sich von einem teilgewerblich genutzten Stadthaus, das nach dem chinesischen Hofhaus angelegt war, zu einem Wohnreihenhaus nach Vorbildern viktorianischer Vorstadthäuser in Großbritannien entwickelt und diente schließlich als suburbanes Wohnhaus. Mai Lin Tjoa-Bonatz ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ https://opengenderjournal.de/article/view/5 Mon, 30 Apr 2018 00:00:00 +0200 Zur Produktivität von Techniken des Körpers. Eine Diskussion gouvernementalitätstheoretischer und intersektionaler Zugänge https://opengenderjournal.de/article/view/4 Im Zentrum des vorliegenden Beitrags steht die Reflexion des Verhältnisses von gouvernementalitätstheoretischen und praxeologisch-intersektionalen Perspektiven auf Körpertechniken wie z.B. Fitness oder plastische Chirurgie. In der Diskussion geht es darum, diese insbesondere im Hinblick auf die Frage erkenntnistheoretischer Produktivität zu diskutieren: Wofür sensibilisiert eine gouvernementalitätstheoretische Perspektive und inwiefern erscheint eine intersektionale und praxistheoretische Perspektive als Ergänzung sinnvoll? Mit dieser Diskussion soll ein Impuls für eine sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung gegeben werden, in der die Körper und ihre Praktiken in Bezug auf die Widersprüchlichkeit gesellschaftlicher Machtverhältnisse diskutiert werden. Britta Hoffarth ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://opengenderjournal.de/article/view/4 Mon, 23 Apr 2018 00:00:00 +0200 Natur-Kultur-Verschränkungen und die Materie der Epigenetik https://opengenderjournal.de/article/view/3 Seit langer Zeit diskutieren Geschlechterforscher_innen die Wirkmacht binärer Logik, die die Einteilung und Gegenüberstellung von zwei Polen propagiert und dabei hierarchische Strukturen befördert. Mit dem biomedizinischen Feld der Epigenetik, in dem der Einfluss von äußeren Umweltfaktoren wie Ernährungsweisen oder traumatischen Erfahrungen auf die Genaktivität untersucht wird, entstehen nun neue Hoffnungen auf weniger binäre Betrachtungsweisen. Wie sind diese natur-kultürlichen Betrachtungen der Epigenetik einzuschätzen? Werden komplexe soziale Phänomene hier möglicherweise stark vereinfacht oder eröffnen sich ganz andere Perspektiven? Dieser Artikel diskutiert, inwiefern sich Biologie und Soziales in der Epigenetik verschränken und welche Implikationen sich daraus ergeben können. Zentrale Annahme ist, dass in der epigenetischen Forschung Dualismen und gleichzeitig Verschränkungen zu finden sind und sich das Feld daher anbietet für feministische Debatten über Dualismen. Lisa Krall ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://opengenderjournal.de/article/view/3 Wed, 11 Apr 2018 00:00:00 +0200 Essen und vergeschlechtlichte Körper. Embodying als Koproduktion von Biofakten, Geschlecht und körperlicher Materialität https://opengenderjournal.de/article/view/16 Die Komplexität des Gegenstandsfeldes Ernährung fordert eine Perspektive, in der sowohl symbolische als auch körperlich-materielle Dimensionen eine Rolle spielen. Hier wird eine Forschungsperspektive für die Geschlechterforschung konzeptionell entwickelt, die aktuelle Debatten zu Materialität/en und dem Gegenstandsbereich Ernährung theoretisch zusammenführt. Ernährung wird einerseits als Prozess des Embodying betrachtet, der in Beziehung zu Ernährungsdiskursen steht. Das heißt, Ernährungspraxis materialisiert und formt bestimmte Körper. Darüber hinaus beziehen wir andererseits den Körper als aktiven Bestandteil sozialer Praxis mit ein und betrachten Nahrungsmittel als sozial und technisch hergestellte „Biofakte“. Ernährung stellt einen sozialen Prozess dar, an dem sich die Möglichkeit der Symmetrisierung sozial-symbolischer und materiell-physischer Dimensionen entzündet. Wir schlagen vor, die Produktion von biofaktischen Nahrungsmitteln, von (vergeschlechtlichten) Verkörperungen und Subjektivierungen als Koproduktion zu verstehen. Tanja Paulitz, Martin Winter ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://opengenderjournal.de/article/view/16 Thu, 29 Mar 2018 00:00:00 +0200 Doing Gender – Doing Space – Doing Body. Feministische Kritiken an der De/Ökonomisierung von ‚Natur/en’ – Entwicklung einer Forschungsperspektive https://opengenderjournal.de/article/view/14 <p>In interdisziplinärer Perspektive fragen die Autorinnen nach den Verbindungen zwischen den Kategorien Geschlecht, Raum und Körper, um zu verstehen, ob und wie ‚Materialität/en‘ in der Geschlechterforschung (mit-)gedacht werden können. Ausgehend von der Annahme, dass Raum und Körper Integrationsdimensionen darstellen, in denen Natur und Geschlecht materiell und symbolisch wirksam werden, werden das ökologisch orientierte Handlungsfeld Naturschutz und das sozial orientierte Handlungsfeld Medizin/Pflege befragt. Gefragt wird danach, wie ‚Natur/en‘ durch De/Ökonomisierung hergestellt werden und wer sich in diesen Prozessen wie des Materialen bemächtigt. Dabei fokussiert die Analyse des ‚Sorgens für Natur‘ auf die Kategorie Raum und die des ‚Sorgens für Menschen‘ auf die Kategorie Körper. Mit dem Prozessschutz und der Palliativmedizin werden jeweils solche Konzepte in den Blick genommen, in denen das herrschaftliche Zugreifen auf Natur einem prozessorientierten Sein-Lassen zu weichen scheint. Die Betrachtung der jeweils wirksam werdenden Handlungsrationalitäten entfaltet eine sozial-ökologische Forschungsperspektive, in der sich aktuelle geschlechter- und nachhaltigkeitswissenschaftliche Debatten um (Vor-)Sorge für Menschen und Natur dekonstruieren lassen könnten.</p> Sabine Hofmeister, Tanja Mölders, Corinna Onnen ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de https://opengenderjournal.de/article/view/14 Mon, 22 Jan 2018 00:00:00 +0100 Der epigenetische Körper. Zwischen biosozialer Komplexität und Umweltdeterminismus. https://opengenderjournal.de/article/view/17 Die Umweltepigenetik erforscht, wie sich Umweltfaktoren auf die Expression des Genoms auswirken und damit auf Körper, Gesundheit und Krankheit. Dabei geht es um den Einfluss materieller Faktoren, wie etwa von Umweltgiften und Nahrungsmitteln, aber auch darum, wie soziale Erfahrungen die Genexpression verändern können. Die Umweltepigenetik konzipiert den Körper damit als ‚biosozial’ und schafft Möglichkeitsräume, um die Auswirkungen unterschiedlicher Lebensumwelten auf die Biologie des Körpers zu untersuchen. Am Beispiel von Experimenten, die die epigenetischen Effekte ‚mütterlicher Fürsorge‘ erforschen, untersucht dieser Artikel die Potentiale, aber auch die Herausforderungen einer solchen epigenetischen Perspektive auf den Körper. Der Artikel zeigt, dass trotz eines Aufweichens der Grenzen zwischen Biologie und Sozialem traditionelle Kategorien sozialer Differenz, wie etwa Geschlecht und Schichtzugehörigkeit, häufig überraschend statisch und deterministisch gefasst werden. Ruth Müller ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://opengenderjournal.de/article/view/17 Wed, 20 Dec 2017 00:00:00 +0100 Doing Sex. Zur Herstellung von Männlichkeit|en durch Prothesentechnik https://opengenderjournal.de/article/view/9 Während das Doing Gender bei der Nutzung technischer Produkte meist über die ihnen eingeschriebenen user scripts funktioniert, weist das Doing Gender durch Prothesennutzung Besonderheiten auf: Mit Hilfe von Brust- und Penisprothesen, Hoden- oder Schwellkörperimplantaten können Geschlechtskörper ganz konkret ‚hergestellt’ werden – es lässt sich hier auch von einem Doing Sex sprechen. In diesem Artikel werden die Dimensionen eines Doing Gender durch Prothesennutzung zunächst ausgehend von der Forschungsliteratur über die Massenprothetisierungen des Ersten Weltkrieges illustriert. Darin zeigt sich, dass kriegsbedingte Genitalverletzungen und somit deren mögliche Widerherstellungspraxen tabuisiert worden sind. Zusätzlich oder gerade deswegen sind derzeit keine systematischen Studien oder Objektsammlungen vorhanden, die technische Entwicklungen, Nutzer*innen oder kulturgeschichtliche Kontexte einer männlichen Genitalprothetik umfassend thematisieren. Indem mögliche Schlüsselobjekte einer solchen ausstehenden Studie präsentiert werden, bietet dieser Artikel einen Ansatz, wie sich der konstatierten Forschungslücke über eine spezifische Materialauswahl genähert werden kann. Myriam Raboldt ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://opengenderjournal.de/article/view/9 Tue, 19 Dec 2017 00:00:00 +0100