Männlichkeit und Krise in der Erzählliteratur der Frühen Moderne

Klaus Wieland: Moderne Mannsbilder. Zur Semantik von „Männlichkeit“ in der deutschsprachigen Erzählliteratur der Frühen Moderne, 1890–1930. transcript 2024.

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.17169/ogj.2026.398

Schlagworte:

Moderne, Männlichkeit, Männerbild, Krise, Literatur

Abstract

Ausgehend von der Feststellung, dass Männlichkeit in aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Geschlecht weniger behandelt wird als Weiblichkeit, setzt sich Klaus Wieland zum Ziel, die Pluralisierung von Männlichkeiten um 1900 in der Erzählliteratur zu beobachten. Es handelt sich hier sowohl um das Aufkommen neuer männlicher Figuren als auch um die Modernisierung und Transformation der alten männlichen Typen. Dabei liegt der Schwerpunkt eindeutig auf den Darstellungen und Diskursen und nicht auf der historischen oder sozialen Realität. Um zu erfahren, was aus der hegemonialen Männlichkeit in der sich wandelnden literarischen Landschaft dieser Epoche wird, wird gefragt, ob das Auftauchen alternativer Figuren zu einer Neuhierarchisierung der Wertschätzung und damit zu einer dauerhaften Abwertung der hegemonialen Männlichkeit führt. Und kann daraus tatsächlich auf die sogenannte "Krise der Männlichkeit" geschlossen werden? So lautet der Ausgangspunkt dieser umfassenden Studie, die sich auf ein reichhaltiges Korpus mit 76 Werken stützt. 

Autor/innen-Biografie

Sibylle Goepper, Université Jean Moulin Lyon 3

Sibylle Goepper ist seit 2022 Professorin für Germanistik an der Universität Jean Moulin Lyon 3. Sie ist Spezialistin für Dissidenz und Gegenkulturen bei Schriftstellern und bildenden Künstlern der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), sowie für kulturelle, literarische und künstlerische Entwicklungen in Deutschland seit dem Fall der Berliner Mauer. Sie analysiert diese unter anderem aus der Perspektive der Subaltern- und Gender Studies. Seit 2023 koordiniert sie ein Forschungsprojekt zum Thema "Avantgarde und Gender von 1945 bis heute“.

Literaturhinweise

Connell, Raewyn [Robert W.] (1999): Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Opladen: Leske + Budrich. doi: 10.1007/978-3-663-09604-7

Hausen, Karin (1976): Die Polarisierung der „Geschlechtercharaktere“ – eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben. In: Conze, Werner (Hg.): Sozialgeschichte der Familie in der Neuzeit Europas. Stuttgart: Klett, 363–393. doi: 10.13109/9783666370250.19

Köppe, Tillmann (2007): Vom Wissen in Literatur. In: Zeitschrift für Germanistik 17(2), 398–410. doi: 10.3726/92117_398

Meuser, Michael (1998): Geschlecht und Männlichkeit. Soziologische Theorie und kulturelle Deutungsmuster. Opladen: Leske + Budrich. doi: 10.1007/978-3-322-95120-5

Wünsch, Marianne (1983): Das Modell der „Wiedergeburt“ zu „neuem Leben“ in erzählender Literatur 1890–1930. In: Richter, Karl/Schönert, Jörg (Hg.): Klassik und Moderne. Die Weimarer Klassik als historisches Ereignis und Herausforderung im kulturgeschichtlichen Prozess. Stuttgart: Metzler, 379–408. doi: 10.1007/978-3-476-03181-5_18

Cover: "Moderne Mannsbilder" von Klaus Wieland

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Veröffentlicht

2026-03-24

Zitationsvorschlag

Goepper, S. (2026). Männlichkeit und Krise in der Erzählliteratur der Frühen Moderne: Klaus Wieland: Moderne Mannsbilder. Zur Semantik von „Männlichkeit“ in der deutschsprachigen Erzählliteratur der Frühen Moderne, 1890–1930. transcript 2024. Open Gender Journal, 10. https://doi.org/10.17169/ogj.2026.398

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