Bound in a Spiral Dance. Der Tanz von Cyborg und Göttin als Diffraktion

  • Alisa Kronberger Philipps-Universität Marburg
Schlagworte: Cyborg, Spiritualität, Feministische Kritik, Ökofeminismus, Neuer Materialismus

Abstract

Mit den Worten „[I would] rather be a cyborg than a goddess“ schließt Donna Haraway 1984 ihr einschlägiges Manifesto for Cyborgs (Haraway 1991, 180). Damit wurde die Cyborg als Figur technisch-menschlicher Hybridität als feministisches Gegenmodell zu einer ‚technophoben‘ Göttin eingeführt. Letztere gilt als zentrale Metapher spirituellen, ökofeministischen Denkens der 1970er und 1980er Jahre und ist stark, so Haraways Kritik, an nostalgische Narrative der Rückeroberung einer matriarchalen, prä-historischen Zeit gekoppelt. Die Cyborg hingegen verkörpert das Versprechen, aus den die Industriegesellschaften dominierenden Dualismen (Kultur/Natur, Frau/Mann, etc.) auszubrechen. Für was stehen die Grenzfiguren Cyborg und Göttin in feministischen Kontexten (noch) ein? Lässt sich die in einem Spannungsfeld stehende Cyborg-Göttin als ergiebig für einen gegenwärtigen feministischen Dialog denken? Ausgehend von diesen Fragen konzentriert sich der Aufsatz auf ein diffraktives Ineinander- und Gegeneinander-Lesen der beiden Grenzfiguren, mit dem Ziel, die aktuelle feministische Debatte zu verkomplizieren und damit neue Räume für Resignifikationen und Reinterpretationen zu eröffnen.

Veröffentlicht
2019-03-21
Zitationsvorschlag
Kronberger, A. (2019). Bound in a Spiral Dance. Der Tanz von Cyborg und Göttin als Diffraktion. Open Gender Journal. https://doi.org/10.17169/ogj.2019.49
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Rubrik
Artikel