Louise Aston: Revolutionärin, Schriftstellerin, Gesellschaftstheoretikerin. Ein Beitrag zu einer Ideengeschichte feministischer Revolutionstheorie
DOI:
https://doi.org/10.17169/ogj.2026.365Schlagworte:
Feminismus, Frauenbewegung, Geschichte, TheorieAbstract
Der Beitrag widmet sich dem Leben und Denken von Louise Aston, eine der herausragenden Revolutionärinnen 1848/49. Durch eine Untersuchung ihrer politischen Praktiken und Texte wird Astons Lebenswerk auf polittheoretische Annahmen zu Revolution und Emanzipation hin untersucht. Für Aston war ein radikaler Freiheitsbegriff die Bedingung jeglicher Gesellschaftsveränderung. Sie kämpfte gegen den patriarchalen Kapitalismus ihrer Zeit auf eine Art und Weise, die sie zu einer Vorläuferin eines Gleichheitsfeminismus mit dekonstruktivistischen Zügen macht. In der Gleichzeitigkeit der Kritik von Klassenherrschaft und Patriarchat radikalisierte sie den Freiheitsbegriff ihrer politischen Weggefährten der linkshegelianischen Bewegung. Anhand Astons Biographie und ihrer Schriften werde ich Astons Gesellschafts- und Emanzipationsverständnis nachzeichnen.
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