Strategien des ‚I _ gay‘

Coming-out und Politiken der Sichtbarkeit

  • Folke Brodersen
Schlagworte: Coming-out, Homosexualität, Queer Theory, Jugend, Subjektivierung

Abstract

Coming-out vor allem Jugendlicher erfährt gegenwärtig eine Aufwertung und Hervorhebung in Familien, Medien, Politik und Forschung. Öffentlich als homosexuell sichtbar zu sein, wird dabei zur Bedingung eines authentischen Selbst und glücklichen Lebens stilisiert. Der vorliegende Artikel rekonstruiert und theoretisiert die für junge Schwule und Lesben relevanten Erfahrungen. Die Sekundäranalyse von 19 problemzentrierten Interviews zeigt, dass das Coming-out als problematische Dramatisierung und unausweichlicher Druck interpretiert wird. Eine Strategie des ‚I _ gay‘, das heißt der Zurückweisung der identitären Relation zwischen homosexueller Sichtbarkeit und dem eigenen Selbst, wird vor diesem Hintergrund in ihrer subjektiven Bedeutung und in ihren politischen Implikationen diskutiert.

Autor/innen-Biografie

Folke Brodersen

Folke Brodersen, MA, war wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fachgruppe ‘Lebenslagen und Lebensführung Jugendlicher' am Deutschen Jugendinstitut. Er promoviert gefördert von der Heinrich-Böll-Stiftung am Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Gender Studies und Queer Theory, empirische Subjektivierungsforschung, der preventive turn und Jugendsoziologie.

Veröffentlicht
2020-07-23
Zitationsvorschlag
Brodersen, F. (2020). Strategien des ‚I _ gay‘: Coming-out und Politiken der Sichtbarkeit. Open Gender Journal, 4. https://doi.org/10.17169/ogj.2020.124
Rubrik
Forschungsartikel