Körper und Widerstand im Roman "Vaca sagrada" (1991) von Diamela Eltit

  • Rebecca Weber Universität Siegen
Schlagworte: Sexualisierte Gewalt, Diamela Eltit, Geschlechterordnungen, Ästhetik, Körper

Abstract

Im Roman „Vaca sagrada“ (1991) von Diamela Eltit, der während der chilenischen Transition veröffentlicht wurde, wird die Erfahrung sexualisierter Gewalt und politischer Repression unter der Diktatur aufgearbeitet. Gleichzeitig werden gesellschaftspolitische Herausforderungen der jungen chilenischen Demokratie angesprochen: Auch nach Ende der Militärdiktatur Augusto Pinochets bleibt nämlich der menschliche Körper Verdichtungsort von kulturellen, historisch und sozial gewachsenen Geschlechtervorstellungen, die zu Benachteiligungen von Menschen innerhalb der chilenischen Gesellschaft führen.

In „Vaca sagrada“ stellt Eltit die Konstruiertheit von Geschlecht heraus, indem sie die Menstruation, die innerhalb der christlich geprägten chilenischen Gesellschaft als kulturgeschichtliches Stigma des weiblichen Körpers verstanden wird, für ihre politische Botschaft fruchtbar macht. Über die Symbolik des Menstruationsblutes entfaltet der Roman eine subversive Ästhetik, die dem Konzept von Homogenisierung und Normierung der Gesellschaft unter der chilenischen Militärdiktatur gegenläufig ist und der es gelingt, als Intervention im Sinne Stuart Halls kulturelle Bedeutungen neu zu akzentuieren.

Autor/innen-Biografie

Rebecca Weber, Universität Siegen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Romanistik, Romanische und allgemeine Literaturwissenschaft

Veröffentlicht
2018-12-20
Zitationsvorschlag
Weber, R. (2018). Körper und Widerstand im Roman "Vaca sagrada" (1991) von Diamela Eltit. Open Gender Journal. https://doi.org/10.17169/ogj.2018.32
Ausgabe
Rubrik
Artikel