Spannungen (aus-)halten. Das Subjekt materialistischer Gesellschaftstheorie

Hanna Meißner

Abstract


Die Debatten des new materialism werfen erkenntnistheoretische und ethische Fragen auf. Von der Annahme ausgehend, dass diese neomaterialistische Kritik anthropozentrischer Prämissen eine wichtige Irritation gesellschaftstheoretischer Wissensproduktion ist, geht der Text der Frage nach, inwiefern Karen Barads Arbeiten Ansatzpunkte bieten, an denen gesellschaftstheoretische und ‑kritische Wissensproduktion produktiv hinterfragt werden kann. Es geht dabei nicht darum diese damit zu verwerfen, sondern sie umzuarbeiten, um an ihrem (rekonfigurierten) emanzipatorischen Potenzial festhalten zu können. Insbesondere die spezifische historische Figur des autonomen Subjekts und die mit ihr einhergehende Subjekt-Objekt-Dichotomie werden dabei als Teil des Problems und nicht Ausgangspunkt erhoffter Lösungen erkennbar. Die Schwierigkeit, dass die Kritik des Anthropozentrismus letztlich als Praxis eines ganz spezifischen menschlichen Subjekts und somit in gewisser Weise eine Paradoxie ist, soll mit Gayatri Spivaks Begriff des double bind aufgegriffen und als praktische Erfahrung im Erkenntnisprozess verfügbar gemacht werden.


Schlagworte


New Materialism; Gesellschaftstheorie; Subjekt; Barad; Spivak; Double Bind

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DOI: http://dx.doi.org/10.17169/ogj.2017.15

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